Samstag, 25. Oktober 2008

Neues Domizil

Wir sind jetzt vornehm und haben uns weiter in den Leipziger Süden gewagt!
Unser neues Domizil liegt in den Grünen Höfen in der Südvorstadt, direkt neben der Media-City des MDR.
Beste Neuerung: ein Balkon!!! Der ist zwar klein, aber hebt unsere Lebensqualität um das gewisse Etwas. Nach aktuellen Hochrechnungen müßten auch etwa acht Leute in direkter Nachbarschaft drauf passen... Die Planungsphase für die Bier-Bänke ist schon abgeschlossen.

Außerdem gehört eine kombinierte Gästeraum-Bibliothek zu unseren heiligen Hallen, also kommt uns zahlreich und oft besuchen!

Ich freu mich.
A.

Montag, 18. Februar 2008

Seniorinnen-Terror bei der Deutschen Bahn

Donnerstag morgen im Zug von Leipzig nach Hannover:
Die letzten Wagen des Zuges rollen gerade aus dem Leipziger Hauptbahnhof, da geht es auch schon los:
"Steffi? Ja, die Mama hier. Ich wollte nur Bescheid sagen: Ich sitze im Zug!"
Nein, wer hätte das gedacht.
"Nee, noch in Leipzig..."
Wahrscheinlich stand die Angerufene noch draußen auf dem Bahnsteig und winkte.
"Hättste nich' gedacht, daß die Mutti das schafft, ne?"
Keiner im Großraumwagen des IC hätte gewagt, daran zu zweifeln. Der Zug rollt nun immerhin schon etwas schneller.
"Gibste mir mal den Papa?"
Der muß natürlich auch sofort erfahren, was für eine Ausnahme-Gattin er sich da geangelt hat.
"Ich bin's. Ich habe der Steffi gerade schon Bescheid gesagt: Ich sitze im Zug!"
Na, dann ist ja alles gut. Gibt es eigentlich in vielen deutschen Familien Kommunikationsprobleme?
Dann ist ja jetzt alles gesagt. Dachte ich. Aber Handyprollen ist jetzt anscheinend auch unter Damen um die 60 echt angesagt.
Die Dame, die, nennen wir sie für den Moment Gisela, gegenübersaß, konnte das nicht auf sich sitzenlassen und tätigte ihrerseits einen Nonsens-Anruf.

Vielleicht sollte die Bahn bei der Ticketreservierung aus der überflüssig gewordenen Wahl Raucher-/Nichtraucherabteil eine Wahl zwischen Senioren- /Nichtseniorenabteil
machen.

Dann hätte sich die folgende Szene auch unter Ebenbürtigen abgespielt und wäre somit gerecht ausgefochten worden:
Kaum aus Leipzig hinausgerollt, stellten die Damen, die der im Moment Gisela Genannten gegenüber saßen, fest,
daß der Zug ab Magdeburg in Gegenrichtung fahren würde und man beizeiten Vorkehrungen
für das Eintreten eines "Seniorinnen-Super-GAUs im öffentlichen Personennahverkehr" treffen müßte: RÜCKWÄRTSFAHREN.
Und, was tut die gewiefte Bahnveteranin?
Sie okkupiert gegenüberliegende Sitze mit speziell zu diesem Zweck hergestellten Werkzeugen:
"Frau im Spiegel", "Bild der Frau" usw."
Arg- und ahnungslose Bahnreisende werden sich Ihres Fehlers schnell bewußt: Beim Versuch, sich auf diesen Platz zu setzen (ein kurzer Blick auf die Reservierungsanzeige zeigt: dieser Platz steht zur freien Verfügung!)
erschallt plötzlich folgender Satz:
"Das lassense mal schön da liegen, das gehört nämlich mir!"
"Aber ich wollte mich dort hinsetzen?!"
"Den hamse aber nich reserviert!"
Ok. Kein Streit. Nicht mit so gut ausgerüsteten Insidern anlegen.

Bevor ich das nächste Mal Bahn fahre, besorge ich mir einen Störsender und steuere einen Zeitschriftenladen an.